Überdauert! Effekten – Objekte – Erinnerungen Sonderausstellung

Gedenkstätte KZ Drütte im Stahlwerk Salzgitter



Aufgrund der Besonderheiten des Raumes ergaben sich spezielle Anforderungen an die Ausstellungsgestaltung:

  • an den meisten Wänden durfte nichts befestigt werden
  • dunkles Raumlicht
  • auch wenn einige Exponate einen materiellen Wert hatten (wie z. B. die Schmuckstücke), sollten sie nicht so präsentiert werden, also nicht wie z. B. in einer Juweliersauslage
  • viel sehr kleine Objekte

Umgesetzt wurde dies in Form von in der Höhe variablen Kuben. Ausgehend von einem dominierenden Block in der Mitte, verteilen sie sich mit unterschiedlichen Funktionen in der Halle, als Vitrinenelement wie auch ganz flach am Boden als Träger für Informationstexte.

 

Im Kontrast zu dieser sachlichen Formensprache steht die Darstellung dessen, was von den Menschen geblieben ist. Die mit den einzelnen Namen versehenen Effektentüten, die die persönlichen Gegenstände im Archiv enthalten,  haben wir nachgebildet und aufgereiht. Zu manchen Namen gibt es auch nur Fotos. Diese haben wir in unterschiedlichen Rahmen gezeigt, die Wirkung von Privatheit und Verletzlichkeit verstärkte sich dadurch um einiges mehr.

 

KZ-Häftlinge  mussten gleich bei ihrer Einlieferung ihre persönlichen Gegenstände abgeben. Vieles davon wurde vernichtet oder beiseite geschafft. Nach dem 2. Weltkrieg wurden diese Gegenstände im Archiv des International Tracing Service (ITS) in Bad Arolsen gesammelt. Hier liegen ca. 2800 sogenannter Effekten – persönliche Gegenstände von Häftlingen – die in der Effektenkammer des KZ Neuengamme aufbewahrt wurden. Es handelt sich dabei um  ganz alltägliche Dinge, wie Schmuckstücke, Fotos oder Brieftaschen. Jeder einzelne dieser Gegenstände hat eine Geschichte, das Schicksal ihrer ursprünglichen Besitzer ist oft unbekannt.

Normalerweise ist das Archiv in Bad Arolsen nicht öffentlich. Für die Sonderausstellung stellte der ITS das erste Mal eine Auswahl von Effekten zur Verfügung. Die Sonderausstellung in der Gedenkstätte KZ Drütte stellt dabei ehemalige Zwangsarbeiter des Stahlwerks in Salzgitter in den Mittelpunkt. Ihre Schicksale wurden anhand der Effekten, von Forschungsergebnissen und Fotos dokumentiert.



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