„Wege nach Israel"


Erinnerungsbücher

Historischer Hintergrund

Die Ausstellung „Wege nach Israel” folgt den Routen von sechs Überlebenden des Braunshweiger KZ-Außenlagers Schillstraße in der Nachkriegszeit. Die jungen Männer brachen auf, um den „Friedhof” Europa hinter sich zu lassen und in einen noch zu gründenden Staat aller Juden in Palästina zu gelangen.
Was sie nicht ahnten: die Reise durch süddeutsche DP-Lager und mit abenteuerlichen Schiffen über das Mittelmeer würde Jahre dauern. 

Gestalterische Ziele und Vorgaben

  • Die Protagonisten der Ausstellung waren in einer 2 Jahre dauernden Forschungsarbeit interviewt worden. Für die Textfassung dieser Berichte haben sie bzw. die Familien unzählige Fotos aus Privatbesitz zur Verfügung gestellt. 
  • Die historische Einordnung der Berichte sollte getrennt erfolgen, damit die Einzelschicksale  für sich standen. Den Protagonisten sollte etwas Persönliches überreicht werden.
  • Das Gebäude der Gedenkstätte in Braunschweig ist relativ klein und besteht nur aus einem Büro- und einem Veranstaltungsraum, in dem auch bei laufenden Ausstellungen manchmal Vorträge gehalten werden oder Gruppentreffen stattfinden. Mit ähnliche Voraussetzungen musste auch bei den anderen geplanten Orten gerechnet werden.
  • Die Ausstellung sollte als Wanderausstellung konzipiert werden, mit der besonderen Anforderung, in nur einem PKW transportiert werden zu können.

Umgesetzt wurden diese Rahmenbedingungen von apriori design mit sechs sogenannten Biografiebüchern. Um den Wert der Berichte zu verdeutlichen wurden die Bücher in Leinen handgebunden und mit der Prägung des Namenszugs auf dem Deckel versehen. Eine zweite Auflage wurde als Ersatz angefertigt, die dritte wurde verschenkt.

Die Berichte und die Fotos entwickeln sich im Innenteil auf einer großformatigen, einseitig bedruckten Falzkonzeption. Ausgeklappt waren die Innenteile zwischen 5 und 7 Metern lang. Bei entsprechender Tischlänge konnte die Reise also  in einem Stück nachvollzogen, alternativ aber auch seitenweise umgeblättert werden.

Der historische Rahmen wurde grafisch angepasst dargestellt und mit Hilfe eines flexiblen Spannsystems präsentiert.

Nach Braunschweig und Salzgitter war die nächste Station die Gedenkstätte Wöbbelin, wo die Ausstellung ab Mai 2012 gezeigt wurde.

 


Auftraggeber

Arbeitskreis Andere geschichte e. V. – Betreuung der Gedenkstätte KZ-Außenlager Schillstraße Braunschweig